Atemschutzübung


Eine anspruchsvolle Übung stand für die Atemschutzgeräteträger (AGT) des Löschzuges Dernbach auf dem Dienstplan.

Nach einer kurzen Wiederholung der Einsatzgrundsätze trainierten die AGT das korrekte Anlegen der Atemschutzmaske im Dunkeln. Nachdem die Fahrzeughalle verraucht war, durchliefen die Trupps zunächst einen engen Parcours, um eine Übungspuppe zu finden. Die Schwierigkeit hierbei war neben der Enge des Raumes auch das Mitführen eines mit Wasser gefüllten Schlauches.
Anschließend mussten die Teilnehmer noch das 37 Meter hohe Nottreppenhaus des Krankenhauses besteigen. Eine besondere Herausforderung bestand für die Truppmitglieder im Mitführen von jeweils zwei Schlauchtragekörben.
Alle AGT erreichten das Übungsziel und waren sichtlich gezeichnet von den Strapazen.

Kreisjugendfeuerwehrtag 2012 in Höhn

Das dritte Juniwochenende stand für die Jugendfeuerwehren der Verbandsgemeinde Wirges ganz im Zeichen des Kreisjugendfeuerwehrtages, der von der Jugendfeuerwehr Höhn ausgerichtet wurde.

Zunächst fand am Freitag die Kreisdelegiertenversammlung in der Höhner Turnhalle statt.
Kreisjugendfeuerwehrwart Thomas Krekel konnte Vertreter vieler Jugendfeuerwehren aus dem Westerwaldkreis sowie zahlreiche Ehrengäste aus Politik und Feuerwehr begrüßen. Die Delegiertenversammlung findet zweimal im Jahr statt und dient für die Verantwortlichen der Jugendfeuerwehren als Informationsplattform.

Sonntags ist dann traditionell die Abnahme der Leistungsspange der Deutschen Jugendfeuerwehr, die höchste Auszeichnung, die ein Jugendfeuerwehrmitglied erwerben kann. Hierfür bot der Sportplatz in Höhn den würdigen Rahmen. Mit dabei war auch eine Gruppe aus der Verbandsgemeinde Wirges. Die Gruppe besteht aus neun Jugendlichen im Alter von 15 bis 18 Jahren. Insgesamt traten neun Jungen und Mädchen aus den Jugendfeuerwehren Dernbach, Leuterod, Mogendorf, Siershahn und Wirges an.
Nach der Begrüßung durch Kreisjugendfeuerwehrwart Thomas Krekel (Steinefrenz) konnte die Abnahme unter den kritischen Augen der Wertungsrichter der Kreisjugendfeuerwehr Westerwald beginnen. Auch der Wettergott spielte mit und so konnten gute Leistungen erzielt werden.

Die Leistungsspange hat sowohl feuerwehrtechnische wie auch sportliche Bestandteile:
Zunächst muss ein Löschangriff mit drei C-Rohren und einer offenen Wasserentnahmestelle nach Feuerwehr-Dienstvorschrift 3 durchgeführt werden. Hierbei wird allerdings auf Wasser verzichtet. Eine Zeitvorgabe besteht nicht.

Bei der sog. „Schnelligkeitsübung“ gilt es, acht C-Schläuche verwindungsfrei in möglichst kurzer Zeit zu verlegen und zusammen zu kuppeln. Auch hier blieb die Gruppe im Zeitlimit, was ebenfalls die erforderlichen Punkte einbrachte.

Beim 1.500-Meter-Staffellauf geht es darum, mit allen neun Gruppenmitgliedern die 1,5 Kilometer zurückzulegen, d. h. jedes Mitglied muss nur soviel laufen wie physisch möglich. Das Zeitlimit liegt bei 4,10 Minuten, was von der Mannschaft problemlos unterboten wurde.

Im Kugelstoßen kommt es darauf an, mit allen Angehörigen der Gruppe mit einer 5-kg-Kugel (Mädchen 4 kg) eine Weite von mindestens 55 Metern zu erreichen.

Bei beiden Leichtathletik-Diziplinen kommt der Teamgeist voll zur Geltung, da jeder am Erfolg beteiligt ist, auch wenn er sonst sportlich eher schwach ist.
Schließlich kommt es bei der Fragenbeantwortung auf das theoretische Wissen an. Der Fragenkatalog besteht vorwiegend aus einem feuerwehrspezifischen Teil. Der allgemeine Part umfasst Fragen aus Politik, Geographie und Allgemeinwissen sowie Personen aus dem täglichen Leben und Funktionsträger der Feuerwehr. Auch können aktuelle Themen abgefragt werden.
Außerdem werden noch Eindruckspunkte von den Wertungsrichtern vergeben. Hier kommt es auf das Auftreten und Verhalten der Gruppen an. Das sich die teils harten Übungen der vergangenen acht Wochen gelohnt hat, zeigen die Leistungsspangen an den Uniformen. Auch für die Betreuer und Jugendwarte ist es schön zu sehen, dass sich die (ausschließlich ehrenamtliche!) „Arbeit“ mit den Jugendlichen lohnt.

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Das Foto zeigt die frischgebackenen Träger der Leistungsspange mit ihren Betreuern aus der VG Wirges
v. l. n. r.:

Bianca Luhmer (Dernbach), Michael Schmidt (Dernbach), Dirk Ströder (Mogendorf), Antonia Grabert (Wirges), Selina Elting (Mogendorf), Kai Böhler (Dernbach), Nils Deußner (Dernbach), Lukas Gondloch (Siershahn), Tobias Scheid (Leuterod), André Zielke (Mogendorf),Thomas Waldenberger (Dernbach), Jan Kozlik (Mogendorf).

Retter müssen 70 Verletzte versorgen


Westerwaldkreis – Massenkarambolage mit etwa 25 Autos und einigen Fahrrädern sowie 70 teils schwer verletzten Personen: Auf diese doch ungewohnte Situation, die es vor einigen Jahren aber auch auf der A 3 bei Montabaur gleich mehrfach gab, trafen angehende Notärzte und Nachwuchs-Orgaleiter aus ganz Rheinland-Pfalz und viele Rettungskräfte aus dem Westerwaldkreis bei einer Großübung am Sonntagnachmittag bei Ebernhahn.

Das vorgegebene Szenario: Eine Fahrradgruppe befährt die Straße bei Ebernhahn. Aufgrund von Unachtsamkeit kommt es zu einem Unfall. In der Folge fahren mehrere Fahrzeuge in die Unfallstelle. Etwa 25 Fahrzeuge sind in die Massenkarambolage verwickelt. Insgesamt werden etwa 70 Personen zum Teil schwer verletzt und müssen durch die Rettungskräfte versorgt werden. Viele Unfallopfer sind in den Fahrzeugen eingeklemmt oder eingesperrt.
In den zerbeulten Autos, die zum Teil sogar in die sumpfige Böschung geflogen sind, schreien Verletzte. Andere, leichter Verletzte laufen umher und verlangen als Erste Hilfe. Manche Opfer liegen einfach nur da oder sind im Fahrzeug eingeklemmt, fast überall ist Blut und Chaos – hier ist der ganze Sachverstand und das Organisationstalent des Notarztes und Orgaleiters gefragt: Wer braucht am dringendsten Hilfe und welche? Wer kann warten? Wer kann die Eingeklemmten bergen? Wie muss der Transport in die Krankenhäuser organisiert werden? Reichen die eingesetzten Kräfte überhaupt aus? Fragen über Fragen, die niemand allein beantworten kann, sondern im Team und auch mit den übergeordneten Kräften klären muss – und das in Sekundenschnelle und mit klaren Angaben. Da die Sanitätskräfte sowie Feuerwehr- und THW-Einheiten erst ziemlich spät an der Einsatzstelle eintreffen (unter anderem galt es genau zu Übungsbeginn noch einen echten kleinen Brand in Wirges zu löschen), haben die „Verletzten“ alle Zeit der Welt, sich so richtig in Form zu spielen.
Immer wieder werden die Notärzte und Orgaleiter von „Verwirrten“ oder rücksichtslos Hilfe einfordernden „Verletzten“ bedrängt: „Ich bin schließlich Privatpatient.“ Doch behalten sie in der Regel ihre Nerven und versuchen, durch klare Dokumentation die Verletzten in bestimmte Gruppen einzuteilen und sachgerechte Hilfe zu organisieren.
Ein wirklich nicht ganz leichtes Unterfangen, wenn eine „erheblich angetrunkene“ Beteiligte immer wieder nervt oder ein „Leichtverletzter“ es tatsächlich schafft, einen der Retter vom „Schwerstverletzten“ zu einem anderen Auto wegzulocken.
Das Ganze beruhigt sich erst dann, als in relativ kurzen Zeitabständen immer mehr Einsatzkräfte aus der Region an der Unfallstelle eintreffen. Die Feuerwehrleute bergen mit einem Großeinsatz von technischem Gerät die Verletzten aus den zertrümmerten Fahrzeugen, die Sanitäter sorgen für eine Erstversorgung und den Transport zur Sammelstelle und weiter zu den Kliniken. Für die zentrale Einsatzleitung wird im strömenden Regen ein Zelt aufgebaut. Die Gesamtleitung der Übung hatten Peter Schüßler, Referatsleiter Gesundheit bei der Landesfeuerwehrschule, und Axel Simonis, stellvertretender Kreisfeuerwehrinspekteur.
Der Kreis nutzte diese Übung zur Überprüfung von Alarm- und Einsatzplänen sowie Rettungskonzepten, zum Testen der Einsatzbereitschaft und natürlich für die Ausbildung. Und das alles unter den kritischen Augen zahlreicher Beobachter aus dem ganzen Land. Zudem wurde die ganze Übung von einer an der Drehleiter montierten Kamera aufgezeichnet. Bei einer abschließenden kurzen Einsatzbesprechung dankten die Verantwortlichen allen Beteiligten. Zudem wurde des vor wenigen Tagen tödlich verunglückten jungen und engagierten Rotkreuzkameraden Matthias Uhl gedacht. Aber damit nicht genug: Die Wehren hatten ihre Ausrüstung noch nicht getrocknet, da mussten sie zu einem Fahrzeugbrand ausrücken. mm

Text & Bild rz-online.de