Dernbach und Haiderbach-Orte haben Löschzwerge


Brandschutz. Zwei neue Bambini-Wehren im Westerwaldkreis gegründet – Feuerwehren setzen verstärkt auf Jugendarbeit

Westerwaldkreis. Die Freiwilligen Feuerwehren im Westerwaldkreis setzen zunehmend auf eine engagierte Jugendarbeit. Denn aus den Reihen der 96 Jugendwehren gewinnen die aktiven Brandschützer in erster Linie ihren Nachwuchs. Die Rekrutierungsquote liegt immerhin bei zehn Prozent, macht Kreisjugendfeuerwehrwart Thomas Krekel deutlich. Doch wie alle ehrenamtlichen Helfer haben auch die heimischen Wehren Nachwuchsprobleme. Aller Sorgen zum Trotz – noch brennt es bei den Wehren nicht. Das ehrenamtliche Engagement im Bereich der Feuerwehr ist im Westerwald weiterhin sehr hoch, betont Krekel. Aktueller Trend: Die heimischen Feuerwehren setzen verstärkt auf die Bambini, um den Nachwuchs auch in Zukunft zu sichern.

Und so ist seit Neuestem auch die Feuerwehr Dernbach, die seit rund 120 Jahren besteht, um eine Abteilung reicher: Die gut 45 aktiven Floriansjünger der Gemeinde haben jetzt eine Bambini-Wehr gegründet, die aus 14 Kindern zwischen sechs und zehn Jahren besteht. Dabei haben die Mädchen und Jungen eines gemeinsam: Sie alle wollen später einmal Feuerwehrfrauen und Feuerwehrmänner werden. Und genau das ist das Ziel der Dernbacher: Die Bambini sollen im besten Fall mit zehn Jahren zur Jugendwehr Dernbach überwechseln, die seit inzwischen 22 Jahren besteht und derzeit 17 Mitglieder hat. Aus den Reihen der Jugendwehr soll anschließend die aktive Wehr des Ortes Verstärkung bekommen.

Ein Wunsch, der künftig aufgehen könnte: Denn die kleinen Dernbacher Floriansjünger sind mit viel Spaß bei der Sache: Gemeinsam mit ihren Betreuerinnen um Lara Ramroth, Pia Elberskirch, Natalie Kolbe und Lisa Riebel lernen die Mädchen und Jungen in den Gruppenstunden spielerisch viel Interessantes rund um den Brandschutz. Aber nicht nur das: Die Mini-Brandschützer besitzen zwar keine eigene Uniform, doch dafür haben sie alle knallrote T-Shirts mit dem Logo der Bambini-Feuerwehr Dernbach. Außerdem bekam die Gruppe bei der offiziellen Gründungsfeier eine eigene Fahne geschenkt.

Was den Kleinen reichlich Spaß macht, das ist für die Großen mit einer guten Portion Ernst verbunden. Gegenüber der WZ erläuterte der Dernbacher Wehrführer Thorsten Kaiser die Hintergründe der neuen Miniwehr: „Wir haben erkannt, dass es immer schwieriger wird, Nachwuchs für die Jugendfeuerwehr zu bekommen und dass wir in der Folge langfristig weniger Personal für die Einsatzabteilung haben.“ Dies sei insbesondere der demografischen Entwicklung geschuldet, sagt der Wehrführer.

Und so reifte in den vergangenen vier Jahren in Dernbach der Wunsch, eine eigene Bambini-Wehr zu gründen – als Investition in die Zukunft. Der Förderverein habe rasch signalisiert, die neue Abteilung finanzieren zu wollen, betont Kaiser. Und nach langem Suchen konnte auch ein engagiertes Betreuerteam gefunden werden, das die Ausbildung zum Jugendleiter und zur Leitung einer Bambini-Wehr bei der Landesfeuerwehrschule absolvierte.

„Nachdem das Konzept stand, galt es, in der Öffentlichkeit Werbung für die Bambini-Feuerwehr zu betreiben“, schildert Kaiser. Und so wurde die Werbetrommel in Gang gesetzt: Die Feuerwehr verteilte Flyer im Ort und lud die Kinder zwischen sechs und zehn Jahren persönlich zur ersten Gruppenstunde ein. Mit Erfolg: Zum ersten Treffen erschienen 15 Kinder., 14 von ihnen sind jetzt Bambini. „Wir sind froh, dass wir das geschafft haben“, freut sich Kaiser.

Doch nicht nur die Dernbacher setzen auf die Bambini, auch die Feuerwehr Haiderbach fördert bereits die allerjüngsten Floriansjünger. Die Haiderbachgemeinden haben kürzlich die Löschzwerge ins Leben gerufen. Auf den 20 Mädchen und Jungen, die allesamt eine blaue Kappe mit der Aufschrift „Löschzwerge Haiderbach“ tragen, ruht nun die Hoffnung der aktiven Wehr.

Text- und Bildquelle: Westerwälder Zeitung vom Donnerstag, 20. November 2014, Seite 17

Gründung der Bambinifeuerwehr


Seit heute ist die Feuerwehr Dernbach um eine weitere Abteilung reicher. Mit 14 Kindern zwischen 6 und 10 Jahren wurde die Bambinifeuerwehr Dernbach offiziell gegründet.
Zahlreiche Ehrengäste, die Altersabteilung, die Jugendfeuerwehr, die Einsatzabteilung und die Eltern der Bambinis waren der Einladung gefolgt und sorgten für eine gut gefüllte, dem Anlass entsprechend dekorierte, Fahrzeughalle. Wehrführer Thorsten Kaiser erläuterte in seiner Begrüßungsrede die Beweggründe der Feuerwehr Dernbach, eine Vorbereitungsgruppe zu gründen. Er dankte dem Betreuerteam um Lara Ramroth, Pia Elberskirch, Natalie Kolbe und Lisa Riebel für die Bereitschaft, diese verantwortungsvolle Aufgabe zu übernehmen. Im Anschluss vollzog Bürgermeister Michael Ortseifen die offizielle Gründung. Weitere Glückwünsche überbrachten Andreas Quirmbach für die Ortsgemeinde Dernbach, Hartmut Karwe als Wehrleiter und stellv. Kreisfeuerwehrinspekteur, Alexander Schmidtgen für die Jugendfeuerwehren der VG Wirges, Dirk Ströder für die Kreisjugendfeuerwehr und Nicole Müller-Nilges für die Bambinifeuerwehren des Landes Rheinland-Pfalz und Ralf-Felix Kespe für den Kreisfeuerwehrverband Westerwald. Markus Herbst hatte als stellv. Vorsitzender des Fördervereins eine besondere Überraschung mitgebracht. Alle Kinder erhielten ein knallrotes T-Shirt mit dem Logo der Bambinifeuerwehr Dernbach. Außerdem bekam die Gruppe eine eigene Fahne, die ebenfalls das Logo zeigt. Nach dem offiziellen Teil klang der Nachmittag gemütlich aus.

Besuch der Jugendfeuerwehr bei der Berufsfeuerwehr Frankfurt am Main


Einen spannenden Tag erlebte die Jugendfeuerwehr Dernbach auf der Hauptfeuerwache der Berufsfeuerwehr Frankfurt am Main. Ralf Keine begrüßte die Gruppe im 2003 erbaute BKRZ in der Feuerwehrstrasse.
Schon allein die stattliche Zahl von über 70 Hallentoren ist imposant. Neben dem Frankfurter Standard-Löschzug sind hier die meisten Sonderfahrzeuge der fünfgrößten deutschen Feuerwehr stationiert, u. a. die Fahrzeuge des Gefahrstoffzuges, die Rüstwagen-Schiene, zahlreiche Wechselladerfahrzeuge und das Löschunterstützungsfahrzeug. Außerdem sind hier viele Werkstätten beheimatet. Nach dem Rundgang durch den Wachbereich folgte das Highlight des Areals – das FRTC (Feuerwehr- und Rettungsdienst-Trainingscenter). Im Lehrgebäude sind neben den Unterrichtsräumen ein komplett eingerichter Rettungswagenaufbau, ein Fahrsimulator für Hilfeleistungslöschfahrzeug und Rettungswagen und die Atemschutzübungsanlage installiert. Herzstück des Objektes ist die Übungshalle mit originalgetreuen Gebäudefassaden und einer gasbetriebenen Brandsimulationsanlage. Hinzu kommt noch ein großes Freigelände mit einer Halle, in der eine komplette U-Bahnstation inklusive einem fabrikneuen U-Bahnzug installiert sind. Die Mitglieder der Jugendfeuerwehr Dernbach waren sehr beeindruckt von dieser riesigen Feuerwache und traten mit tollen Eindrücke die Heimreise in den Westerwald an.

Feuerwehren üben erfolgreich den Großschadensfall in Dernbach


Zu einer Großübung wurden die Feuerwehren der Verbandsgemeinde Wirges am Freitagabend gegen 17:40 Uhr alarmiert.

Mit dem Alarmstichwort „Auslösung der automatichen Brandmeldeanlage im Krankenhaus Dernbach“ rückten zunächst die Einheit Dernbach und die Drehleiter aus Siershahn zur Einsatzstelle aus. Kurz nach Eintreffen an der Übungststelle wurde Wehrführer Thorsten Kaiser schnell klar, dass es sich um einen angenommenen Zimmerbrand im benachbarten Herz-Jesu Heim handelte und eine Vielzahl an Patienten und Besuchern noch im Gebäude sein musste. Jetzt hieß es eine Alarmstufenerhöhung durchführen zu lassen, um den Brand zügig löschen zu können, eine Brandausbreitung zu verhindern und vor allem die noch vermissten Personen schnellstmöglich aus dem Gebäude zu retten. Es folgte der Nachalarm für den Löschzug Siershahn, die Feuerwehren aus Wirges und Ebernhahn, die Führungstaffel und den Wehrleiter der Verbandsgemeinde sowie den Ortsverband des DRK Wirges. Ein angenommene zusammengebrochene Wasserversorgung im Leitungsnetz der Ortslage Dernbach erforderte weitere Unterstützung durch die Einheiten Mogendorf, Staudt und Bannberscheid, die ebenfalls zu Übungstelle gerufen wurden.

Dem gemeinsamen strukturierten Einsatz der knapp einhundert Einsatzkräften ist es zu verdanken, dass alle 17 vermissten Personen innerhalb kürzester Zeit über Drehleiter und durch Atemschutzrupps im Innenangriff gerettet und das „Feuer“ rasch bekämpft werden konnten. Sowohl Wehrleiter Hartmut Karwe als auch die für die Planung der unangekündigten Übung Verantwortlichen, der stv. Wehrleiter Thomas Schenk-Huberty und der stv. Wehrführer des Löschzuges Dernbach Markus Herbst zeigten sich mit der Leistungen mehr als zufrieden und sind sich einig, dass alle eingesetzten Kräfte für den Realfall, bestens gewappnet sind. Im Rahmen einer Abschlussbesprechung im Gerätehaus Dernbach, bei der es noch eine Kleinigkeit zu essen und zu trinken gab, bedankte man sich auch nochmals ausdrücklich bei der Leitung des Herz-Jesu Krankenhauses für die Bereitstellung des Objektes.