Jugendfeuerwehren der VG Wirges

Am Sonntag, 4.7.10 fand anlässlich des 10-jährigen Bestehens der Jugendfeuerwehr Helferskirchen die diesjährige Gemeinschaftsübung der Jugendfeuerwehren der Verbandsgemeinde Wirges statt.

Das Aussenlager der Fa. Messebau Hildebrand im Ortsteil Niederdorf war in Brand geraten. Nachdem die zuständige Feuerwehr Helferskirchen, die über Sirene alarmiert worden war, vor Ort war, wurden zur Verstärkung die Jugendfeuerwehren Bannberscheid, Dernbach, Ebernhahn, Leuterod, Mogendorf, Ötzingen, Siershahn und Wirges angefordert. Die Wasserversorgung wurde von mehreren Hydranten und einem Bach aufgebaut. Schläuche wurden ausgerollt, Strahlrohre angekuppelt und Befehle wie „Wasser marsch“ hallten über das Firmengelände. Die zahlreichen Zuschauer konnten sich von der Leistungsfähigkeit der rund 100 Einsatzkräfte mit 12 Fahrzeugen, die den Brand schnell unter Kontrolle hatten, überzeugen.
Da solch ein schweißtreibender „Einsatz“ auch hungrig und durstig macht, fanden sich die jungen Brandschützer mit ihren Betreuern anschließend auf dem Dorfplatz zu einem Imbiss und zu einer kleinen Feierstunde ein. Anlässlich des Jubiläums gratulierten Bürgermeister Michael Ortseifen, VG-Jugendwart Alexander Schmidtgen, Kreisjugendfeuerwehrwart Thomas Krekel, der Vertreter des KFV Westerwald Carl-Heinz Cäsar und Ortsbürgermeister Klaus Hardy. Jens Richter wurde für sein Engagement als VG-Jugendwart mit der Ehrennadel der Kreisjugendfeuerwehr Westerwald ausgezeichnet. Bürgermeister Ortseifen beförderte einige Mitglieder der FF Helferskirchen. Alexander Schmidtgen durfte zusätzlich noch an 5 Mitglieder der Jugendfeuerwehr Helferskirchen die Jugendflamme der Deutschen Jugendfeuerwehr verleihen.

Aktionstag 2010

Einmal im Jahr veranstalten Jugendfeuerwehr und Löschzug Dernbach einen gemeinsamen Aktionstag. Dieses Mal war das Ziel der Kletterwald in Bendorf-Sayn im Brexbachtal.

Zunächst erhielten alle 28 Teilnehmer ihre Schutzausrüstung, bestehend aus Sitzgurt, Sicherungsseil und Schutzhelm. Anschließend erfolgte eine Einweisung durch die Trainer des Kletterwaldes, die zeigten, wie man sich im Hochseilgarten korrekt sichert und fortbewegt. Nach dem Durchlaufen eine kleinen Übungsparcours durften dann alle auf die verschiedenen Anlagen. Die verschiedenen Parcours sind nach Gebirgen benannt, von „Eifel“ bis „Himalaya“. Danach richtet sich dann die Höhe und der Schwierigkeitsgrad der zu überwindenen Hindernisse. Einige wagten sich bereits nach einem Eingewöhnungskurs auf die hohen Parcours, immer am Seil doppelt gesichert. Einzelne Mutige riskierten dann auch eine Ausflug in den Himalaya mit Höhen von fast 30 Metern.
Die Zeit verging wie im Fluge und nach drei Stunden waren die Teilnehmer um wertvolle Erfahrungen reicher, so dass es wieder zurück in die Heimat ging. Hier warteten schon die Partner der Aktiven und einige Eltern der Jugendlichen, um den Tag bei leckeren Grillspezialitäten und kühlen Getränken ausklingen zu lassen.

Leistungsspange 2010


Das dritte Juniwochenende stand für die Jugendfeuerwehren der Verbandsgemeinde Wirges ganz im Zeichen des Kreisjugendfeuerwehrtages, der von der Jugendfeuerwehr Niederelbert ausgerichtet wurde. Zunächst fand am Freitag die Kreisdelegiertenversammlung in der Elberthalle in Niederelbert statt. Kreisjugendfeuerwehrwart Thomas Krekel konnte Vertreter vieler Jugendfeuerwehren aus dem Westerwaldkreis sowie zahlreiche Ehrengäste aus Politik und Feuerwehr begrüßen. Die Delegiertenversammlung findet zweimal im Jahr statt und dient für die Verantwortlichen der Jugendfeuerwehren als Informationsplattform.

Sonntags ist dann traditionell die Abnahme der Leistungsspange der Deutschen Jugendfeuerwehr, die höchste Auszeichnung, die ein Jugendfeuerwehrmitglied erwerben kann. Hierfür bot der Schulsportplatz in Horressen den würdigen Rahmen. Mit dabei war auch eine Gruppe aus der Verbandsgemeinde Wirges. Die Gruppe besteht aus neun Jugendlichen im Alter von 15 bis 18 Jahren. Insgesamt traten neunNach der Begrüßung durch Kreisjugendfeuerwehrwart Thomas Krekel (Steinefrenz) konnte die Abnahme unter den kritischen Augen der Wertungsrichter der Kreisjugendfeuerwehr Westerwald beginnen. Auch der Wettergott spielte mit und so konnten gute Leistungen erzielt werden. Die Leistungsspange hat sowohl feuerwehrtechnische wie auch sportliche Bestandteile:
Zunächst muss ein Löschangriff mit drei C-Rohren und einer offenen Wasserentnahmestelle nach Feuerwehr-Dienstvorschrift 3 durchgeführt werden. Hierbei wird allerdings auf Wasser verzichtet. Eine Zeitvorgabe besteht nicht.
Bei der sog. „Schnelligkeitsübung“ gilt es, acht C-Schläuche verwindungsfrei in möglichst kurzer Zeit zu verlegen und zusammen zu kuppeln. Auch hier blieb die Gruppe im Zeitlimit, was ebenfalls die erforderlichen Punkte einbrachte.
Beim 1.500-Meter-Staffellauf geht es darum, mit allen neun Gruppenmitgliedern die 1,5 Kilometer zurückzulegen, d. h. jedes Mitglied muss nur soviel laufen wie physisch möglich. Das Zeitlimit liegt bei 4,10 Minuten, was von der Mannschaft problemlos unterboten wurde.
Im Kugelstoßen kommt es darauf an, mit allen Angehörigen der Gruppe mit einer 5-kg-Kugel (Mädchen 4 kg) eine Weite von mindestens 55 Metern zu erreichen.
Bei beiden Leichtathletik-Diziplinen kommt der Teamgeist voll zur Geltung, da jeder am Erfolg beteiligt ist, auch wenn er sonst sportlich eher schwach ist.
Schließlich kommt es bei der Fragenbeantwortung auf das theoretische Wissen an. Der Fragenkatalog besteht vorwiegend aus einem feuerwehrspezifischen Teil. Der allgemeine Part umfasst Fragen aus Politik, Geographie und Allgemeinwissen sowie Personen aus dem täglichen Leben und Funktionsträger der Feuerwehr. Auch können aktuelle Themen abgefragt werden.
Außerdem werden noch Eindruckspunkte von den Wertungsrichtern vergeben. Hier kommt es auf das Auftreten und Verhalten der Gruppen an. Das sich die teils harten Übungen der vergangenen acht Wochen gelohnt hat, zeigen die Leistungsspangen an den Uniformen. Auch für die Betreuer und Jugendwarte ist es schön zu sehen, dass sich die (ausschließlich ehrenamtliche!) „Arbeit“ mit den Jugendlichen lohnt.

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Das Foto zeigt die frischgebackenen Träger der Leistungsspange mit ihren Betreuern aus der VG Wirges v. l. n. r.:
Rudi Girhard (Leuterod), Michael Schmidt (Dernbach), Raphael Thewalt (Siershahn), Adrian Jungbluth (Wirges), Maria Richter (Dernbach), Pascal Nörtershäuser (Dernbach), Dominik Hoffmann (Leuterod), Nico Steinebach (Leuterod), Thomas Waldenberger (Dernbach), Mario Kühn (Siershahn), Florian Quirmbach (Wirges), Jens Schmidt (Siershahn), Dirk Ströder (Mogendorf), Alexander Schmidtgen (Leuterod). Jungen und Mädchen aus den Jugendfeuerwehren Dernbach, Leuterod, Siershahn und Wirges an.

Brenzlige Übung – Altenheim St. Josef in Dernbach

Sechs Feuerwehren und das DRK proben im Altenheim in Dernbach den Ernstfall – Das extreme Szenario verlangt das ganze Können der Ehrenamtlichen

Auf Helfer ist Verlass
DERNBACH. „Brand im Altenheim St. Josef Dernbach, mehrere Personen vermisst!“ Mit dieser Meldung wurden die Wehren aus Dernbach, Ebernhahn, Siershahn, Staudt, Bannberscheid und Helferskirchen sowie das DRK Wirges zum Übungseinsatz gerufen. Am vermeintlichen Brandort erwartete sie ein von Wehrleiter Hartmut Karwe und Dernbachs Wehrführer Thorsten Kaiser erdachtes Szenario.

Die Übungssituation war brenzlig: Arbeiter hatten im Keller Schweißarbeiten durchgeführt. Um einen Fehlalarm zu vermeiden, hatten sie die automatische Brandmeldeanlage außer Betrieb gesetzt. Möbelpacker, die mit dem Einzug eines neuen Bewohners beschäftigt waren, taten ein Übriges: die Brandabschnittstüren waren mit Keilen offen gehalten, der Rauch konnte sich so schnell über das Treppenhaus ausbreiten. Aufgeregte Mitarbeiter fragten die Einsatzkräfte immer wieder nach ihren Kollegen und Bewohnern. Einige standen laut um Hilfe rufend an den Fenstern. Unter Leitung des Stellvertretenden Wehrleiters der Verbandsgemeinde Wirges, Leo Friedrich, wurden Einsatzabschnitte gebildet und Atemschutztrupps (teils über Leitern) zur Menschenrettung in das Gebäude geschickt. Nach rund 50 Minuten hieß es bereits: „Neun Personen gerettet, Feuer aus!“ Heimleiter Christian Krautscheid und Haustechniker Ulrich Baulig, die auch unterstützend bei der Vorbereitung tätig waren, verfolgten die Übung. „Es ist schon beruhigend zu wissen, dass in kürzester Zeit so viele Helfer vor Ort sind“, sagte Krautscheid. (thm)

Westerwälder Zeitung vom Dienstag, 22. Juni 2010, Seite 21