Grundlehrgang 16.08.08 in Dernbach

Am 16.08.2008 fand in Dernbach erstmals ein Grundlehrgang statt. Aufgrund des Jugendfeuerwehrfestes in Wirges wich die Lehrgangsleitung nach Dernbach aus. Thema der Ausbildungseinheit waren Tragbare Leitern sowie Knoten und Stiche. Am Morgen stand zunächst eine theoretische Einweisung im Schulungsraum des Feuerwehrhauses auf dem Ausbildungsplan. Nach dem Mittagessen in der Kantine des Krankenhauses Dernbach wurden die theoretischen Kenntnisse dann in die Praxis umgesetzt. Der Bereich Knoten und Stiche wurde in der Fahrzeughalle durchgeführt.

Für den Bereich Tragbare Leitern hatte das Krankenhaus Dernbach das Schwesterwohnheim „Marienau“ zur Verfügung gestellt. Hier konnten die vierteilige Steckleiter und die dreiteilige Schiebleiter des LF 16/12 des Löschzuges Dernbach aufgestellt werden. Die Lehrgangsteilnehmer aus den Verbandsgemeinden Wirges und Wallmerod lernten u. a. das korrekte Aufstellen dieser Rettungsgeräte gemäß der Feuerwehr-Dienstvorschrift FwDV 10 und der Unfallverhütungsvorschriften. Als Ausbilder standen Stellv. Wehrleiter Leo Friedrich, Dieter Herkenroth (FF Siershahn), Dirk Ströder (FF Mogendorf) und Tim Punke (FF Dernbach) zur Verfügung.

Jugendfeuerwehren der VG-Wirges im Einsatz

Am Samstag, 16.8.2008 fand anlässlich des 25-jährigen Bestehens der Jugendfeuerwehr Wirges die diesjährige Gemeinschaftsübung der Jugendfeuerwehren der Verbandsgemeinde Wirges statt. Das Hallenbad am Stadtrand von Wirges war in Brand geraten. Nachdem die zuständige Feuerwehr Wirges, die über Sirene alarmiert worden war, vor Ort war wurden zur Verstärkung die Jugendfeuerwehren Dernbach, Ebernhahn, Ötzingen, Siershahn, Mogendorf, und Helferskirchen angefordert.

Die Wasserversorgung wurde von mehreren Hydranten und einem Bach aufgebaut. Schläuche wurden ausgerollt, Strahlrohre angekuppelt und Befehle wie „Wasser marsch“ hallten rund um das Hallenbad. Die zahlreichen Zuschauer konnten sich von der Leistungsfähigkeit der rund 90 Einsatzkräfte mit 13 Fahrzeugen, die den Brand schnell unter Kontrolle hatten, überzeugen. Da solch ein „Einsatz“ auch hungrig und durstig macht, fanden sich die jungen Brandschützer mit ihren Betreuern anschließend im festlich geschmückten Wirgeser Feuerwehrhaus zu einem Imbiss und zu einer kleinen Feierstunde ein. Anlässlich des Jubiläums gratulierten Bürgermeister Michael Ortseifen, VG-Jugendwart Jens Richter, der neue Kreisjugendfeuerwehrwart Thomas Krekel und Stadtbeigeordneter Achim Wussow. Jens Richter durfte zusätzlich noch an 14 Mitglieder der Jugendfeuerwehr Wirges die Jugendflamme Stufe 1 der Deutschen Jugendfeuerwehr verleihen. Besonderer Dank gilt der VG Wirges für die Zurverfügungstellung des Übungsobjektes.

Jugend übt mit technischen Gerät

Auf dem Dienstplan der JF stand eine Übung zum Thema „Technische Hilfeleistung“. Dieses Mal wurden die pneumatischen Hebekissen behandelt. Nach einer theoretischen Fahrzeug- und Gerätekunde konnten die Jugendlichen die Wirkungsweise der Geräte durch das Anheben einer schweren Gitterbox erkennen. Auch das richtige Unterbauen der Last im angehobenen Zustand wurde geübt.

Wirges: Wehren löschten


79 Einsatzkräfte probten Ernstfall – „Feuer“ rasch unter Kontrolle – Einsatzleitung zufrieden – Ein „Vermisster“ nicht gerettet

WIRGES. Mit einer Großübung am Möbelhaus Neust in Wirges haben die Feuerwehren der Verbandsgemeinde Wirges den Ernstfall geprobt. Am frühen Abend war der „Brand“ unter Kontrolle – ein kniffliger Einsatz an diesem brenzligen Abend.
Ein Feuerwehrmann berichtet: „Der Alarm kommt um punkt 19.01 Uhr: ,Brand im Möbellager der Firma Möbel Neust in Wirges“, mit dieser knappen Einsatzmeldung wurden die Feuerwehren der Verbandsgemeinde Wirges alarmiert. Vor knapp einem Vierteljahr begannen die Planungen zu dieser geheim gehaltenen Übung, die von Leo Friedrich, stellvertretender Wehrleiter der Verbandsgemeinde (VG) Wirges, Arno Goldhausen, Wehrführer von Siershahn, Ingo Görg, Feuerwehr Siershahn, und Thomas Huberty, Wehrführer von Mogendorf, ausgearbeitet wurde.
Im Erstalarm wurden entsprechend der Alarm- und Ausrückeordnung der VG Wirges die Einheiten aus Wirges, Siershahn und Dernbach alarmiert.

Vor Ort wurden die Führungskräfte kurz in die Lage eingewiesen: Im Werkstattbereich ist es zu einem Feuer gekommen. Drei Personen sind vermisst. Zu diesem Zeitpunkt ist die gesamte Lagerhalle des Möbelhauses mithilfe von zwei Nebelgeräten stark verqualmt, die Sicht ist gleich null wie bei einem echten Brand mit starker Rauchentwicklung. Mit Atemschutzgeräten ausgerüstet dringen die rund 35 Einsatzkräfte in das Gebäude vor, um die Vermissten ausfindig zu machen und den Brandherd zu lokalisieren.
Zeitgleich wird von den verantwortlichen Führungskräften entschieden, die Alarmstufe zu erhöhen – weitere Kräfte aus Ebernhahn, Mogendorf, Staudt, die Führungsstaffel der VG sowie die DRK Ortsgruppe Wirges werden alarmiert. Unter der Führung von Wehrleiter Hartmut Karwe wird das weitere Vorgehen koordiniert, Einsatzabschnitte gebildet und Löschwasser aus dem rund 850 Meter entfernten Silbersee über Schlauchleitungen herangeführt. Keine leichte Aufgabe: Die Westumgehung und die L 313 müssen mit Schlauchleitungen überquert werden.
Kaum dass zwei der Vermissten ins Freie gebracht wurden, verschärft die Übungsleitung das Szenario noch weiter: Es kommt zu einer Durchzündung – die Halle steht im Vollbrand. Eine schwere Entscheidung für die Verantwortlichen. Alle Einsatzkräfte müssen das Gebäude sofort verlassen, auch mit dem Wissen, dass sich noch eine der vermissten Personen in den Flammen befindet. Sie hat keine Chance mehr. Der Eigenschutz der Einsatzkräfte hat absoluten Vorrang.
Die Brandbekämpfung kann nur noch von außen erfolgen. Mehrere Strahlrohre und das Wenderohr der Drehleiter sind im Einsatz. Die angrenzenden Verkaufsräume und Busse eines benachbarten Busunternehmens müssen über eine Riegelstellung vor der Wärmestrahlung geschützt werden.
Neben der Familie Neust ist der Erste Beigeordnete der Verbandsgemeinde Wirges, Toni Herrmann, am „Brandort“, um die Lösch- und Rettungsarbeiten zu beobachten. Nach gut zweieinhalb Stunden ist der Einsatz der 79 Wehrmänner beendet. Der „Großbrand“ ist gelöscht, zwei Vermisste sind aus dem „Flammenmeer“ gerettet, die Übungsleitung ist mit dem Verlauf der Übung größtenteils zufrieden. (thm)

Westerwälder Zeitung vom 24.07.2008, Seite 12.