Mitgliedervollversammlung des Fördervereins der Freiwilligen Feuerwehr Dernbach/


Bei der Mitgliedervollversammlung in der Gaststätte Klosterschänke blickte der Förderverein der Freiwilligen Feuerwehr Dernbach/Westerwald e.V. auf das Jahr 2007 zurück.

Nachdem Vorsitzender Andreas Quirmbach die Versammlung begrüßt hatte, berichtete Schriftführer Andreas Pandorf über die Aktivitäten des Vereins im abgelaufenen Jahr. Die Weihnachtsfeier mit Bingo-Spiel und großer Tombola war hier der Höhepunkt. Er dankte den örtlichen Einzelhändlern für die kostenlose Überlassung der Tombolapreise.

Mit einer Videopräsentation stellte Wehrführer Armin Nörtershäuser den Jahresbericht des Löschzuges Dernbach vor. Insgesamt 39 Einsätze mussten von den 40 Mitgliedern bewältigt werden. Den größten Part stellten hier die 23 Brandeinsätze dar. Verkehrsunfälle, Ölspuren und Unwettereinsätze bildeten den Großteil der zehn technischen Hilfeleistungen. Der Rest waren Ordnungsdienste bei verschiedenen Veranstaltungen, wie dem Rosenmontagszug in Wirges. Viermal war die Autobahn A 3 der Einsatzort. Insgesamt leisteten die Aktiven 982 Einsatzstunden.

Bei 73 Ausbildungsveranstaltungen (Übungen, Alarmübungen, Fortbildungen und Lehrgänge) leisteten die Mitglieder 1.815 Stunden.

Hinzu kamen weitere 3.835 Stunden bei Gerätediensten, Festen und Dienstsport. Somit kamen die Aktiven bei 230 Terminen auf 6.649 Gesamtstunden. Dies entspricht 277 Tagen ehrenamtlichen Engagements.

Ein ereignisreiches Jahr liegt auch hinter der Jugendfeuerwehr. Die 15 Jugendlichen leisteten im vergangenen Jahr 1.640 Stunden bei den unterschiedlichsten Aktivitäten. Den feuerwehrspezifischen Teil bildeten verschiedene Übungen mit den Themen Technische Hilfeleistung, Löschangriff nach Dienstvorschrift, Rettungstechniken, ein Erste-Hilfe-Seminar oder eine Abendübung zum Thema Beleuchtung. Highlight des Jahres war das dreitägige Zeltlager der VG-Jugendfeuerwehr in Astert, in dessen Rahmen auch ein Völkerballturnier und der VG-Pokal ausgespielt wurde. Hinzu kamen Fussball, Beach-Soccer oder das VG-Pokalschiessen. Die Teilnahme am Martinszug, die „Aktion Saubere Landschaft“ sowie die Verteilung der Gelben Säcke, verschiedene Sammlungen und das Einsammeln der Weihnachtsbäume mit der aktiven Wehr rundeten das Programm ab. Bei der Teilnahme an den Veranstaltungen der Kreisjugendfeuerwehr (Leistungsspange und Schwimmwettkampf) konnten gute Ergebnisse erzielt werden.

Ein gemeinsamer Höhepunkt für Jugendfeuerwehr und Einsatzabteilung war der Aktionstag im August. Mit Kanus und Schlauchbooten galt es 10 Kilometer auf der Lahn von Nassau nach Nievern zu paddeln. Bei bestem Sommerwetter fand der Tag bei einem Grillfest seinen Ausklang.

Die Kassenprüfer Günter Kempf und Helmut Jung bescheinigten Kassierer Michael Zander eine einwandfreie Kassenführung und beantragten die Entlastung des Vorstandes, was von der Versammlung bestätigt wurde. Beide Kassenprüfer wurden in ihrem Amt bestätigt.

Da Schriftführer Andreas Pandorf aus beruflichen Gründen sein Vorstandsamt zu Verfügung stellen musste, wählte die Versammlung Matthias Görgen bis zum Ende der Wahlperiode im nächsten Jahr einstimmig zum Schriftführer. Andreas Quirmbach bedankte sich bei Andreas Pandorf für die geleistete Arbeit im Vorstand des Fördervereins.

Durch einige Neuaufnahmen im Rahmen der MVV hat der Verein nun 311 Mitglieder. Zum neuen Ehrenmitglied wurde Dieter Bode ernannt. Er ist seit vielen Jahren im Löschzug Dernbach aktiv und hat mit Erreichen des 60. Lebensjahres die Voraussetzungen für eine Ehrenmitgliedschaft erfüllt. Andreas Quirmbach gratulierte Dieter Bode und überreichte eine Urkunde, einen Blumenstrauß und eine Floriansstatue.

Andreas Quirmbach berichtete über die Vorbereitungen des Vereinsausfluges vom 9. bis 12. Mai nach Berlin. In den nächsten Tagen gehen allen Vereinsmitgliedern die Anmeldeformulare und das Programm zu.

„Emma“ stürmte über Westerwald

Viele Straßen von umgestürzten Bäumen blockiert – Autos und Gebäude beschädigt – Strom fiel aus – Helfer im Dauereinsatz

Zwichen Mogendorf und Ransbach-Baumbach mussten Bäume beseitigt werden, die umzukippen drohten. In Wirges krachten Bäume auf ein Haus, und ein Dach wurde vom Sturm abgedeckt. Die Wirgeser Wehren waren rund 27 Mal im Einsatz.

Das Orkantief „Emma“ ist gestern nach Osteuropa abgezogen. Von den Polizeidienststellen und Feuerwehreinheiten im Westerwaldkreis sind die ersten Schadens- und Einsatzbilanzen gezogen worden.

Rettungsleitstelle: Neue Probleme


Zusätzliche Kosten für drei Nachbarkreise: Altenkirchen will nicht zahlen – Bauliche Mängel am Dach haben Umzug verzögert

Die Alarmierung aller Einsätze in den rechtsrheinischen Landkreisen über die neue Integrierte Rettungsleitstelle in Montabaur verzögert sich weiter. Gestern wurden erstmals von verantwortlicher Seite Gründe für die verspätete Inbetriebnahme genannt.

WESTERWALDKREIS. Unübersehbare Geburtswehen bei der neuen Integrierten Rettungsleitstelle in Montabaur: Auf die drei Nachbarkreise Altenkirchen, Neuwied und Rhein-Lahn kommen zusätzliche Kosten von jeweils 95 000 Euro zu, um die Funkanbindung zu gewährleisten. Nach Informationen unserer Zeitung weigert sich Altenkirchen zu zahlen. Der Nachbarkreis fordert ein neues Konzept. Wie der für die technische Planung verantwortliche Hans-Peter Adolph vom DRK-Landesverband in Mainz auf Anfrage bestätigte, will man bei einem Krisentreffen an diesem Freitag in Montabaur mit den Vertretern der betroffenen Kreise eine Einigung erzielen. Adolph: „Technisch gesehen könnten dann alle Kreise im Sommer angeschlossen sein.“

Alle nicht polizeilich gebundenen Notrufe für alle rechtsreinischen Landkreise sollten bereits seit Jahresbeginn über die für 2,7 Millionen Euro erweiterte Leitstelle auf der Montabaurer Eichwiese laufen. Bisher ist nur der Westerwaldkreis angeschlossen, seit Montag dieser Woche ist hier auch der Notruf 112 zugeschaltet.

„Wir hatten bauliche Schwierigkeiten“, räumte Hubertus Sauer, Geschäftsführer des für den Betrieb der Leitstelle verantwortlichen DRK-Rettungsdienstes Rhein-Lahn-Westerwald, gestern bei einer Pressekonferenz in Montabaur ein. Die Decke im Leitstellenraum sei bereits fertig gewesen, da habe man beim Einbau der Klimaanlage eine zu feuchte Dachschalung entdeckt: „Seit August 2007 läuft ein Beweissicherungsverfahren. Das Gutachten dazu liegt noch nicht vor.“ Sauer nannte diese baulichen Mängel als Grund des um sechs Wochen verzögerten Umzugs: „Rein rechnerisch sind wir seit dem 1. Januar offiziell in Betrieb.“ Der für den Westerwaldkreis zuständige Kreisfeuerwehrinspekteur Heinz Vietze sieht die Gründe für die noch nicht erfolgte Zuschaltung der drei Nachbarkreise beim DRK-Landesverband in Mainz. Dazu der für die technische Planung der Integrierten Rettungsleitstellen verantwortliche Hans-Peter Adolph: „Die vier Landkreise haben sich erst sehr spät über die Baukosten geeinigt. Der Baubeginn musste um ein Jahr verschoben werden.“ Dann hätte die Telekom die Anmietung für die Funkübermittlung um einen Kostenfaktor von 2,5 erhöht, was 10 000 Euro pro Landkreis und Jahr zur Folge gehabt hätte. Bisher habe man mit analoger Technik gearbeitet, die neue digitale Richtfunktechnik für den semi-professionellen Bereich habe erst Ende November zur Verfügung gestanden, so Adolph weiter. Bis Anfang des Jahres sei ausgiebig getestet worden. Adolph: „Die neue Kostenaufstellung für die drei Kreise haben zwei Kreise abgenickt. Ein Kreis verlangt ein neues Konzept.“ Außerdem nennt Adolph Schwierigkeiten mit der Telekom bei der Telefonanbindung – in allen vier Landkreisen gibt es immerhin 57 Vorwahlbereiche.

Noch vor der offiziellen Eröffnung meldet Hubertus Sauer zusätzlichen Bedarf bei den Leitstellendisponenten an: „Derzeit haben wir 20,5 Planstellen. Das wird nicht reichen. Wir brauchen vier zusätzliche Mitarbeiter.“ Der derzeitige Bedarf fuße auf ein Gutachten aus dem Jahr 2004, als die Leitstelle etwa 80 000 Einsätze bearbeitet hatte. 2007 seien es bereits 112 000 Einsätze gewesen.

Kurt Frank

Die Leitstelle Montabaur in Zahlen:

Die Integrierte Rettungsleitstelle ist zuständig für alle nicht polizeilichen gebundenen Hilferufe, etwa bei einem Brand, einem Unfall oder einem akuten medizinischen Notfall. In Zahlen bedeutet dies: Die Leitstelle wird für 650 000 Menschen und eine Fälsche von 3000 Quadratkilometern zuständig sein. In ganz Rheinland Pfalz soll es insgesamt acht dieser Integrierten Rettungsleitstellen geben. Bisher wurden in Trier (seit 2005), Kaiserslautern (2006) und Bad Kreuznach(2007) solche Leitstellen eingerichtet. In Montabaur musste ein Geschoss aufgestockt werden, der Leitstellenraum ist 210 Quadratmeter groß, hinzu kamen neue Räume für den EDV-Beauftragten, die Teamleiter, die Technik und Sozialräume.

Quelle: Westerwälder Zeitung vom 27.02.2008, Seite 11.