Feuerwehren üben erfolgreich den Großschadensfall in Dernbach


Zu einer Großübung wurden die Feuerwehren der Verbandsgemeinde Wirges am Freitagabend gegen 17:40 Uhr alarmiert.

Mit dem Alarmstichwort „Auslösung der automatichen Brandmeldeanlage im Krankenhaus Dernbach“ rückten zunächst die Einheit Dernbach und die Drehleiter aus Siershahn zur Einsatzstelle aus. Kurz nach Eintreffen an der Übungststelle wurde Wehrführer Thorsten Kaiser schnell klar, dass es sich um einen angenommenen Zimmerbrand im benachbarten Herz-Jesu Heim handelte und eine Vielzahl an Patienten und Besuchern noch im Gebäude sein musste. Jetzt hieß es eine Alarmstufenerhöhung durchführen zu lassen, um den Brand zügig löschen zu können, eine Brandausbreitung zu verhindern und vor allem die noch vermissten Personen schnellstmöglich aus dem Gebäude zu retten. Es folgte der Nachalarm für den Löschzug Siershahn, die Feuerwehren aus Wirges und Ebernhahn, die Führungstaffel und den Wehrleiter der Verbandsgemeinde sowie den Ortsverband des DRK Wirges. Ein angenommene zusammengebrochene Wasserversorgung im Leitungsnetz der Ortslage Dernbach erforderte weitere Unterstützung durch die Einheiten Mogendorf, Staudt und Bannberscheid, die ebenfalls zu Übungstelle gerufen wurden.

Dem gemeinsamen strukturierten Einsatz der knapp einhundert Einsatzkräften ist es zu verdanken, dass alle 17 vermissten Personen innerhalb kürzester Zeit über Drehleiter und durch Atemschutzrupps im Innenangriff gerettet und das „Feuer“ rasch bekämpft werden konnten. Sowohl Wehrleiter Hartmut Karwe als auch die für die Planung der unangekündigten Übung Verantwortlichen, der stv. Wehrleiter Thomas Schenk-Huberty und der stv. Wehrführer des Löschzuges Dernbach Markus Herbst zeigten sich mit der Leistungen mehr als zufrieden und sind sich einig, dass alle eingesetzten Kräfte für den Realfall, bestens gewappnet sind. Im Rahmen einer Abschlussbesprechung im Gerätehaus Dernbach, bei der es noch eine Kleinigkeit zu essen und zu trinken gab, bedankte man sich auch nochmals ausdrücklich bei der Leitung des Herz-Jesu Krankenhauses für die Bereitstellung des Objektes.

Maik Deußner in die Einsatzabteilung übernommen


Über einen Neuzugang aus der Jugendfeuerwehr kann sich die Einsatzabteilung des Löschzuges Dernbach freuen. Maik Deußner wurde im Anschluss an eine Alarmübung von Thomas Schenk-Huberty, stv. Wehrleiter der VG Wirges in den aktiven Dienst übernommen. Maik Deußner war seit seinem 10. Lebensjahr in der Jugendfeuerwehr und freut sich jetzt auf seinen Dienst bei den „Großen“.

Brand im Herz-Jesu-Heim in Dernbach


Mit diesem Alarmstichwort wurden die Feuerwehren Dernbach und Ebernhahn am vergangenen Freitagabend zu einer Einsatzübung gerufen. In einem ehemaligen Wohntrakt des Gebäudes war es zu einem Feuer gekommen, bei dem noch sechs Personen vermisst wurden. Mittels tragbarer Leitern und über einen gezielten Innenangriff konnten diese schnell gerettet und der Brand bekämpft werden. Ziel der Übung war die Koordination mehrer Atemschutztrupps im Innenangriff und die Stärkung der guten Zusammenarbeit der beiden eingesetzten Feuerwehren.

Sintflutartiger Regen hält Feuerwehren auf Trab


Westerwaldkreis. Unzählige voll gelaufene Keller, überflutete Straßen und durch Wasserdruck ausgehobene Kanal- und Gullydeckel haben die Feuerwehren im Westerwaldkreis am Donnerstagabend auf Trab gehalten. Menschen kamen zwar nicht zu Schaden, dennoch meint Kreisfeuerwehrinspekteur Axel Simonis: „Das war das schlimmste Unwetter, das wir bisher in diesem Jahr hatten.“ Rund 100 Mal mussten die Einsatzkräfte im Kreis ausrücken.

Zwar gab es weder Blitzeinschläge noch umstürzende Bäume durch Windböen, dafür aber richteten Starkregen und Hagelkörner Schaden an. Besonders hart traf es diesmal die Verbandsgemeinde Wirges. Allein in der Stadt ist die Wehr 65 Mal alarmiert worden. Über der VG hatte sich am Abend eine erste Unwetterzelle zentral gebildet. Vermischt mit den Wassermassen fielen dort Hagelkörner vom Himmel, die Simonis zufolge zum Teil einen Durchmesser von rund drei Zentimetern hatten. „Die Bahnhofstraße sah aus wie der Rhein im Winter mit Eisschlag“, beschreibt er die Situation. Bei dem Unternehmen Oberland-Glas konnte die Werkfeuerwehr nur mit Mühe und technischer Unterstützung der Feuerwehren Meudt und Ransbach-Baumbach verhindern, dass die eingefluteten Wassermassen die laufende Produktion lahmlegten. Überschwemmungen soll es ebenfalls im Einkaufszentrum Hüter gegeben haben.

Aber auch in den Verbandsgemeinden Ransbach-Baumbach und Montabaur waren die Wehren am Donnerstagabend im Dauereinsatz. Dabei unterstützte die Einheit Höhr-Grenzhausen ihre Kameraden in der Stadt Ransbach-Baumbach mit Wassertauchpumpen.

Damit aber nicht genug: Ein zweites Unwetter suchte nur wenig später die Verbandsgemeinden Wallmerod und Westerburg heim. „Insgesamt waren rund 300 Feuerwehrleute mehrere Stunden beschäftigt, die voll gelaufenen Keller leer zu pumpen, überflutete Straßen wieder verkehrstauglich zu machen und ausgehobene Kanaldeckel erneut einzusetzen“, zieht Simonis Bilanz. Welchen Schaden Hagel und Wassermassen insgesamt angerichtet haben, darüber gibt es dem Kreisfeuerwehrinspekteur zufolge bisher noch keine Angaben.

„Dieses Mal konnten sich sich die Einsatzkräfte nicht lange auf die Lage vorbereiten. Die Unwetterzelle baute sich so schnell und nicht vorhersehbar auf, dass die konkreten Warnungen des Deutschen Wetterdienstes für den Westerwaldkreis erst zusammen mit den ersten Alarmen für die Feuerwehr eintrafen“, erläutert Simonis. Die hohen Niederschlagsmengen in so kurzer Zeit erklärt er damit, dass sich die Unwetterzellen quasi nicht vom Fleck bewegten und erst nach ihrem Abregnen in sich zusammenfielen. „An dieser Stelle möchte ich nochmals Betroffene um Verständnis bitten, dass die Feuerwehren wegen der Vielzahl der Notrufe nicht überall gleichzeitig tätig werden konnten und die Einsätze in der Reihenfolge ihrer Gewichtung so schnell wie möglich abgearbeitet wurden“, betont Simonis und fügt hinzu: „Hierzu trägt auch eine reibungslose Zusammenarbeit mit der Integrierten Leitstelle in Montabaur und den Polizeidienststellen bei.“

Textquelle: Westerwälder Zeitung vom Samstag, 26. Juli 2014, Seite 15